Asia Bike Tours beim 40. Gurkentreff 2026 🏍️ Motorradreisen von den Alpen bis in den Himalaya 📍 Thumsee · 30. Mai · ab 12 Uhr 🔥 Vorträge, Stories & Lagerfeuer
March 22, 2026
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Alles begann mit einem Telefonat. Ein langjähriger Freund und Gast fragte ganz beiläufig:„Shankar, ein Beiwagen für die Enfield – das sollte doch kein Problem sein, oder?“Meine spontane Antwort: „Hmmm... ahhh... ja klar, das kriegen wir schon hin.“
Kaum hatte ich aufgelegt, meldeten sich E. und H. für unsere „Himalayan Dream“-Motorradtour an – inklusive Beiwagen. Was mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war:
Der freundlichste Kommentar? „Das ist eine Suizid-Maschine auf drei Rädern.“
Doch ein Versprechen ist ein Versprechen. Die Flüge waren gebucht, die Tour rückte näher – es gab kein Zurück mehr. Zum Glück entdeckte ich bald Cozy Wheels in Mumbai, eine Firma, die Beiwagen nach Europa exportiert. In Rekordzeit bauten sie uns ein maßgeschneidertes „Rural Ural“-Modell (ohne eigenen Antrieb).
Nur wenige Wochen später traf das Gespann per LKW an meinem Stützpunkt in Dharamsala ein. Sechs Träger (vor Ort „Coolies“ genannt) hievten das Ungetüm in unseren Innenhof. Das einzige Problem? In der ganzen Region hatte noch nie jemand ein Beiwagen-Gespann zusammengebaut.
Also wurde die Kiste weitere 250 km nach Manali transportiert, zu einer unserer bewährten Partnerwerkstätten. Zwei Mechaniker vor Ort, unterstützt von zwei weiteren via Zoom, verbrachten Stunden damit, alles zusammenzufügen. Aber sie haben es geschafft: Pünktlich zum Start der Tour stand die Royal Enfield samt Beiwagen glänzend vor dem Hotel. Bereit für den Einsatz.
Was ich nicht erwartet hatte: Der Beiwagen wurde sofort zum absoluten Publikumsmagneten. Kinder winkten ununterbrochen, die Leute lächelten und jubelten, und ein Mann verfolgte uns 40 Minuten lang, nur um zu fragen, ob ich das Gefährt verkaufen würde. Es war ein Hit.
Ein riesiges Lob gebührt unserem Fahrer G., der das Gespann wie ein echter Profi durch den chaotischen indischen Verkehr und über steile Himalaya-Pfade steuerte. Auch Beifahrerin H. verdient Applaus – ihre Gelassenheit geriet nie ins Wanken, selbst wenn die Abhänge des Himalayas nur 10 cm von den Reifen entfernt waren.
Doch die eigentliche Herausforderung lag noch vor uns: der Shingo-La Pass, frisch eröffnet und 5.100 Meter hoch – auf einer Seite unbefestigt. Alle sagten: „Niemals schafft der Beiwagen das.“ Und ja, es war hart. H. musste einige Male aussteigen.
Aber „Hans“ – wie wir das Gespann auf halber Strecke liebevoll tauften (Sanskrit für „Wildschwan“) – kämpfte sich durch.
Am Gipfel flossen Tränen. Zwölf Gebirgspässe, fünf davon über 5.000 Meter, und insgesamt 2.019 Kilometer. Hans hatte sie alle bezwungen.
Heute ruht sich Hans in Dharamsala aus. Bald wird er umgestaltet – mit einem Dach und einer Kaffeemaschine – als Teil unseres Projekts „The Other Space“, einem kleinen Reise-Café für Gleichgesinnte.
Aber täuscht euch nicht – das war sicher nicht seine letzte Fahrt.
Diese Transhimalaya-Motorradtour war mehr als nur technisch anspruchsvoll – sie war emotional gewaltig. Beiwagen-Abenteuer, der Himalaya, Royal Enfields und der Nervenkitzel der offenen Straße – all das vereint in einer unvergesslichen Reise.
Wollt ihr wissen, wie sich echte Roadtrips anfühlen?Lernt Hans kennen. Oder noch besser: Seid beim nächsten Mal selbst dabei.